LER Klasse 5: Einen Baum umarmen

27. März 2020
  • Natur erleben

    Weißt du, dass die Bäume reden? Du musst nur zuhören!

    „Heute haben wir in LER über die Natur geredet. Danach haben wir demokratisch abgestimmt, was wir machen wollten. Und alle waren dafür, in den Wald zu gehen, um Bäume zu beobachten und zu umarmen. Wir sind sofort in den Wald gegangen und haben uns in Gruppen aufgeteilt. Ich habe mit Maja eine Gruppe gebildet. Wir haben uns sofort für einen Baum entschieden. Er hieß Leja – eine Mischung von mir (Leanna) und Maja. Wir haben sofort angefangen mit dem Umarmen. Dabei habe ich gespürt, dass alles um mich herum leiser wurde. Maja und ich haben danach an den Baum gerochen. Er roch nach Moos, nach nassem Baum und eher frisch. Nur an einer Seite war Moos dran und ich glaube, das war Norden. Danach gingen wir auch schon wieder die Schule.

    (geschrieben von Leanna, Kl. 5c)

    „Heute waren wir im Grünheider Wald und sind der Natur, insbesondere den Bäumen, ein Stück näher gekommen. Zunächst haben sich die Fünftklässler in Zweiergruppen ihren Baum auserkoren und ihn dann genauer studiert: wie er riecht, wie er aussieht, was für besondere Merkmale er hat und auch, wie er sich anfühlt. Dafür haben wir ihn umarmt und für einen kurzen Moment schien die Welt so friedlich und zufrieden. Ich frage mich, ob es uns allen nicht besser gehen würde, wenn wir so in Harmonie und Ruhe leben würden wie die Bäume. Wir sollten uns ein Beispiel an ihnen nehmen und uns auch öfter mal einfach umarmen und glücklich sein. Unser Baum heißt Gisela, denn er ist sehr alt, aber vermutlich weiblich und voller Erlebnisse und Momente vergangener Zeiten. Außerdem hat Gisela vermutlich schon viel Leid und Elend miterlebt, da sie auch an einem Denkmal steht. Zudem hat sie auch Stimmungsschwankungen wie die meisten Frauen. Sie roch sehr nach Natur und nassem Moos. Ich hoffe, dass Gisela von der Abholzung durch Tesla verschont bleibt. Oder dass zumindest an ihrer Stelle ein neuer Baum ein neues Leben beginnen kann und dass dieser Baum dann mindestens genauso groß, mächtig und schön wird wie Gisela. Sie hat viele Narben, die ihr Leben darlegen und kennzeichnen, denn das macht einen Baum erst besonders. Jede kleinste Narbe und jeder Makel macht ihn zu etwas Besonderem.“

    „Der Baum, den ich mir ausgesucht habe, war innerlich für mich stark, allein gelassen und traurig. Ich habe ihm meine volle Aufmerksamkeit geschenkt. Ich war in diesem Augenblick die ganze Zeit für ihn da. Ich habe mit ihm seine Gefühle und Erlebnisse geteilt. Ich habe ihm gesagt, dass er mir Leid tut. Andere machen sich bestimmt über ihn lustig. Er hat für mich nach Natur, Moos, Wasser, Holz und nach Freiheit gerochen. Ich war froh, mir den Baum ausgesucht zu haben. Er hat mir gefallen. Ich hoffe, er wird noch viele, viele Jahre weiter leben und nicht abgeholzt, so wie fast alle Bäume hier. Ich hoffe, ich sehe ihn bald wieder.“

    (geschrieben von Ymain, Kl. 5a)

    „Ich fand unseren Baum sehr kräftig, breit und hoch. Deswegen sind Lennox und ich auf den Namen Alman Haram Maschine gekommen. Er roch ziemlich nach Moos und nass. Ich habe sogar Alman Haram Maschine umarmt. Er hat mir auch was erzählt. Aber ich weiß nicht ganz, was er gemeint hat. Ich stelle mir vor, dass unser Baum noch ganz alt wird und bald ein Eichhörnchen einzieht mit seiner Familie. Und ein Vogel zieht auch noch ein in unseren Baum. Und ich habe mir den Baum ausgesucht, weil er sehr kräftig war.“

    (geschrieben von Luca, Kl. 5b)